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Frequently Asked Questions about Mules


Wenn mir Menschen begegnen, freuen sie sich über mich: über meine langen Ohren, das puschelige Fell oder mein Wiehern. Aber es tauchen auch immer wieder Fragen auf. Was Mulis so besonders macht, und was Du über uns wissen solltest, findest Du hier zusammen gefasst:


  • Was ist denn eigentlich ein Muli, Maultier oder Maulesel ?
    Es gibt 2 Kreuzungsmöglichkeiten: zum Einen das Maultier, bei dem die Mutter ein Pferd und der Vater ein Esel ist. Die Abkürzung Muli wird häufig statt Maultier benutzt.
    Umgekehrt ist es der sogenannte Maulesel, bei dem die Mutter ein Esel und der Vater ein Pferdehengst ist.

  • Kann man mit Maultieren oder -eseln züchten?
    In der Regel sind sie nicht fortpflanzungsfähig, da bei der Verpaarung ein ungerader Chromosomensatz entsteht. Es gibt jedoch seltene Ausnahmen bei denen eine Mulistute ein Fohlen zur Welt gebracht hat. Es wird vermutet, dass die Stute in dem Fall nur einen Satz Chromosomen weitergegeben hat, der wieder paarig teilbar ist. Leider gibt es keine Statistiken oder genauen Untersuchungen dazu.  Wichtig zu wissen ist: die Stuten werden auch rossig und die Hengste sollten zum besseren Handling kastriert werden.

  • Wie hält man Mulis am besten?
    Eine Ziege, Schaf oder ähnliches ist kein passender Kumpel! Auch allein sollten sie nicht sein. Maultiere sollten mit Pferden (oder anderen Maultieren) zusammen sein, während Maulesel mit Eseln (oder anderen Mauleseln) leben sollten, da die Tiere von der Mutter entsprechend geprägt wurden. Am besten leben sie im Offenstall/Paddocktrail mit viel Bewegung. #

  • Was füttert man Mulis denn?
    Grundsätzlich dasselbe wie Pferden: gutes Heu und zuckerfreies Ergänzungsfutter oder Kräuter. Da Esel zu Stoffwechselproblemen neigen, wenn sie auf sehr saftigen Weiden stehen, sollte man vorsichtig sein mit 24-Stunden Weidegang. In manchen Regionen sollten Mulis eher auf kargen Weiden oder nur mit begrenztem Weidegang stehen. Sie lieben Kräuter und Äste! Mit ein paar Knabberästen im Paddock kann man ihren Ernährungsplan gut ergänzen.
    Auf unseren sogenannten Kräuterwanderungen lerne ich immer wieder neue Kräuter und Pflanzen kennen: Denn während Darling am liebsten Gras frisst, sucht sich Mule Jule immer wieder neue Leckereien: mal Moos im Wald, und mal Klebkraut oder ein paar Weidenäste.

  • Wie unterscheiden sich denn Mulis von Pferden?
    Natürlich lässt sich das nicht verallgemeinern. Es gibt ja ganz verschiedene Maultiere mit unterschiedlichen Eltern und Prägung. Aber im Allgemeinen gelten Mulis als robuster, weniger krankheitsanfällig, leistungsstärker, klarer und weniger scheu als Pferde. Da kommt der Eselvater durch: Der Esel ist kein Fluchttier, sondern schätzt die Reaktion seines Gegenübers ein. Maultiere handeln daher häufig „überlegter“. Dieses längere Überlegen und Abwägen, ob Gefahr besteht, wird dann manchmal mit Sturheit verwechselt. Das Muli überlegt halt noch, ob es fliehen oder kämpfen muss. In diesem Zeitraum ist es nicht zu bewegen. Es ist ja noch mit Nachdenken beschäftigt.
    Maultiere sind häufig intelligenter als Pferde und passen gut auf sich (und ihren Menschen) auf. Sie gelten als belastbarer und erholen sich schneller als Pferde. Sie haben eine sehr hohe Lebenserwartung von ca. 45 Jahren und können sogar bis zu 150 kg 30-40 km transportieren. Sie sind äußerst trittsicher und können aus dem Stand sehr hoch springen: Die Amerikaner veranstalten hierzu richtige Wettbewerbe (Mule Jumping). Der Weltrekord liegt derzeit bei 1,80 m aus dem Stand!

    Mulis sind weniger interessiert an Rangordnungen und halten sich gern da raus. Daher ist es in der Regel einfach, sie in eine Pferdeherde zu integrieren.

    Ein Pferd findet seinen Weg im Gelände immer nach Hause. Mulis suchen ihn gar nicht erst! Eigentlich lasse ich immer mal Mule Jule oder Darling entscheiden, wohin sie abbiegen möchten. Mule Jule nimmt dann immer einen neuen Weg, den wir noch nicht kennen und am Liebsten auch querfeldein und immer weiter weg vom Hof. Wenn ich den Weg nach Hause nicht weiß, findet ihn Darling aber immer wieder.

  • Wo findet man Mulis?
    Wer sich für ein Muli interessiert, muss schon beim Finden seines Tieres Geduld aufbringen, denn so häufig wie Pferde findet man Mulis nicht. In den einschlägigen Internetportalen oder auch in Facebook-Gruppen wird man aber fündig. In Deutschland sind sie in der Regel Weideunfälle und klein. Damit eignen sie sich zum Kutsche fahren oder reiten für Kinder. Gezielt gezüchtet werden sie bspw. auf dem Reiterhof Melchert.

    Die Schweizer lieben es, mit ihren Norikern zu züchten und haben daher eher stämmige große Mulis, die Spanier und Brasilianer hingegen züchten gern sogenannte Edelmulis ab 1,50 Stm mit viel Bewegung und anmutigem Aussehen oder interessanten Farben. Im oberen Preisbereich vereinen die Amerikaner Missourie Foxtrotter mit Gangeseln zu Gangmulis. Auch in Frankreich, Holland und Belgien finden sich gezielte Züchtungen.

    Da man sich für eine sehr lange Zeit an sein Muli bindet, sollte die Entscheidung gut überlegt sein und die Chemie zwischen beiden wirklich stimmen. 
    Ob ein Muli was für Dich ist, kannst du bei Julia Krüger ausprobieren. Sie bietet Wanderritte mit ihren 14 Mulis an.

  • Was macht man eigentlich mit einem Muli?
    Alles was man mit Pferden auch macht. Wer allerdings am liebsten in der Halle oder auf dem Platz Kringel reitet, muss schon Glück haben, dass sein Muli diese Leidenschaft teilt. Wenn es zu langweilig ist, kann es sein, dass sie ihre Arbeit einstellen oder eigene Ideen entwicklen.
    Sie lieben es zu wandern! In der Regel sind sie sehr neugierig und lieben Neues. Daher bietet sich abwechslungsreiches Training im Gelände oder Spaziergänge an. Manche Mulis mögen auch gern springen.

    Sehr beliebt sind Paddock Trails, bei denen man mit einem trittsichern Muli natürlich genau richtig ist. Manche fahren auch Kutsche oder andere setzen sie zum Baumrücken im Wald ein.

    Außerdem werden Mulis auch heutzutage noch bei den Gebirgsjägern der Bundeswehr in den Alpen zum Lastentransport eingesetzt.

  • Was ist denn das Besondere an Mulis?
    Rein äußerlich haben sie viel vom Eselvater: die langen Ohren, oft nur eine kurze Stehmähne, kleine ovale Hufe und nah beiinander stehende Beine. Sie können damit im Catwalk sehr trittsicher gehen.

    Maultiere sind deutlich gelenkiger als Pferde und können ihre Hinterbeine in einem größeren Radius bewegen als Pferde. Mule Jule hat am Anfang ihre Hinterbeine fast wie einen Arm benutzt, mit dem sie mich einfach wegschieben und mitteilen wollte „nee du, da an der Stelle mag ich nicht angefasst werden. Geh da mal weg.“ Ganz leideschaftslos, aber deutlich.


    Sie haben oft weniger ausgeprägte Schultern und einen geraden Rücken. Dazu kommt der breite Rippenstand der wie ein dicker Bauch aussieht. Diese Kombination macht es manchmal schwer, einen passenden Sattel zu finden.

    Mulis haben Charakter und einen eigenen Willen. Sie denken mit und treffen auch eigene Entscheidungen. Mit Mule Jule ist es wie in einer gleichberechtigten Partnerschaft: sie möchte in Entscheidungen mit einbezogen werden. Haben wir entgegen gesetzte Ideen, müssen wir verhandeln. Beim Spazierengehen gibt es Situationen, in denen Mule Jule fragt ob wir uns nicht diese Hofeinfahrt anschauen oder wenigstens den Weg zur Weide nehmen können? Dann gilt es, ihr Zeit zu geben, zu erklären und Alternativen zu verhandeln. Am Anfang hat mich das mental total gestresst, wenn sie stehen blieb. Heute sehe ich das gelassen und gebe ihr die Zeit meine Optionen zu bedenken. Das ist wie in einer guten Freundschaft: mal entscheidet der eine, mal der andere.

    Wenn es gut zwischen Mensch und Muli passt, bekommen Reiter das, was viele sich von ihrem Pferd oft vergeblich wünschen: das Muli sucht eine enge Verbindung mit dem Menschen. Ist diese Beziehung erst einmal aufgebaut, begrüßt es seinen Menschen freudig, vertraut ihm und folgt ihm hundegleich überall hin.

  • Gibt es denn überhaupt Nachteile bei Mulis?
    Das kommt natürlich auf die Sichtweise an. Was manche Mulis von ihrem Eselvater erben können, ist das territoriale Verhalten. Esel werden teilweise als Herdenschutztiere eingesetzt, da sie sich gegen Wölfe oder Hunde natürlicherweise verteidigen. Daher sollte man Hunde oder andere Kleintiere nicht unbeaufsichtigt zu einem Muli lassen.

    Die Themen "passender Sattel" und "guter Hufbearbeiter" kann beim Muli nochmal eine größere Herausforderung sein, als beim Pferd. Nicht jeder Schmied oder Hufbearbeiter kennt sich mit der Optimierung von Mulihufen aus. Mulis laufen in der Regel gut, auch wenn sie keine optimal bearbeiteten Hufe haben. Wer sich nicht mit "Mulihufe eben" abfinden möchte, sollte sich persönlich weiterbilden, um die Arbeit des Hufbearbeiters überprüfen zu können.

    Beim Sattelthema haben wir - je nach Körperbau - die Herausforderung einer kleinen, wenig ausgeprägten Schulter, verbunden mit einem breiten Rippenstand, der wie ein dicker Bauch aussieht. Wichtig zu wissen, ist, dass die Schulterbewegungen von Mulis vertikaler sind, daher darf der Sattel in keinem Fall auf die Schulter rutschen. Dabei unterstützt jedoch der breite Rippenstand nicht. Viele Mulireiter müssen daher zusätzlich Vorder- oder Hinterzeug benutzen. Passende Sättel findet man bspw. in Militärsätteln, Distanzsätteln oder bestimmten Westernsätteln. Einige Mulireiter lassen sich auch einen Sattel individuell für ihr Muli anpassen.

  • Gibt es Unterschiede in der Ausbildung eines Mulis zu einem Pferd?
    Das kommt darauf an wo man steht: Wenn man noch davon ausgeht, dass Pferde oder Mulis nichts zu sagen haben und vom Menschen dominiert werden müssen, wird man eher früher auf Probleme stoßen. Denn während in der Reiterwelt gerade erst diskutiert wird, ob Pferde auch mal "nein" sagen dürfen, machen Mulis das ganz natürlich. Da braucht es schon einen Menschen, der sich hinterfragt und offen bleibt.

    Mulis sind keine stummen Befehlsempfänger und lassen sich vor allem nur sehr begrenzt zu etwas zwingen! Auf großen Druck reagieren sie mit Gegendruck oder Beharrlichkeit. Sie sind sehr kräftig und allein mit Muskelkraft nicht zu halten.
    Mulis machen natürlicherweise das, was Pferde erst nach sehr viel Druck z.B. beim Longieren oder Führen probieren: sie laufen über die äußere Schulter weg vom Menschen und ziehen den Strick mit dem Menschen dabei über die Schulter mit. Damit haben sie enorme Hebelwirkung, die nicht zu halten ist. Zunächst machen sie das aus Neugier, um zu schauen was es da zu entdecken gibt. Haben sie allerdings erst einmal gelernt, dass sie sich so entziehen können, wenden sie diese Technik auch gezielt ein, um Druck zu entkommen oder ihren Willen durchzusetzen. Und Mulis lernen schnell! Mir war daher von Anfang an wichtig, eine sehr leichte Hinterhandwendung und feine Körpersprache mit Mule Jule zu entwickeln.
     
    Um ein Muli führen zu können, bedarf es einer guten mentalen Verbindung. Daher habe ich immer eine klare Vorstellung (Ziele), wo es hingeht. Dann kann einem das Muli auch folgen. Bei Pferden ist das natürlich auch wichtig, aber Mulis sind hier deutlich weniger tolerant und brauchen große Klarheit, damit sie keine eigenen Wege gehen. Das ist etwas, was wir Menschen von Mulis gut lernen können. Allerdings bringt einen das natürlich auch an persönliche Grenzen. Nur wer Geduld und Humor hat, umdenkt und bereit ist, neue Wege zu gehen und sein Training an die Situation anzupassen, wird erfolgreich ein Muli ausbilden können!
     
    Wenn „Gefahren“ auftauchen, kann ein Muli ggf. blitzschnell umdrehen und flüchten. Mein Muli zeigt Anzeichen von Unruhe allerdings weniger deutlich als Pferde. Manchmal zeigt sie lediglich eine kleine Muskelanspannung und dann muss ich als Mensch umgehend beruhigen „es ist alles gut, du bist sicher bei mir“, um ein Weglaufen zu verhindern. Wenn sie sich allerdings entscheidet wegzulaufen ist das deutlich weniger dramatisch als beim Pferd: Sie bleibt nach wenigen Metern stehen und dreht sich um. Kommt dann entweder zurück oder lässt sich abholen. Pferde haben da eine deutlich längere Fluchtdistanz, sobald sie einmal laufen.
    Im Training zeigt Mule Jule weniger deutliche Reaktionen als Pferde. Das muss man lesen lernen. Und nicht als "stumpf" oder "doof" abtun. Mule Jule benötigt viele Pausen zum Nachdenken. Und Raum, den ich ihr nach jeder erfolgreichen Übung gebe. Pferdemenschen vernachlässigen die Macht der Pause manchmal. Wenn man nicht die Zeit und Geduld aufbringt, eine Reaktion z.B. beim Antischrecktraining abzuwarten, kann es sein, dass man wichtige Botschaften des Mulis verpasst. Oder man unbemerkt über die (Konzentrations-) Grenzen des Mulis geht. Dann stumpfen sie ab oder mögen nicht mehr mitarbeiten weil sie nicht "gehört" werden.

    Ich mache mit Mule Jule daher kurze Lerneinheiten mit Wiederholungen und auch neuen Anteilen, damit es spannend bleibt. Ich spüre immer in sie hinein ob sie noch bereit ist, weiterzugehen, etwas weiter auszuhalten oder etwas Neues zu lernen. Spaß und Sinn muss auch immer dabei sein.

    Spazieren gehen geht aber immer! Davon können sie nicht genug bekommen! Selbst wenn sie nach einer guten Einheit und 2 Std. Spaziergang zurück ins Paddock kommt, könnte sie gleich wieder losgehen. Ich habe von einer Mulibesitzerin gelesen, dass sie sich einmal verlaufen hat mit ihrem Muli beim Spazierengehen und dadurch insgesamt 9 Stunden unterwegs war. Das Muli war immer noch fit und hatte Lust weiter zu gehen

  • Welche innere Haltung ist denn empfehlenswert für die Ausbildung eines Mulis ?
    Im Grunde bilde ich Pferde so aus, wie Mulis nach meiner Ansicht auch ausgebildet werden sollten: Ich bin immer begeistert von meinem Muli oder Pferd. Ich lobe sehr viel und jeden kleinen Schritt in die richtige Richtung. Das schafft ein Klima der Mitarbeit. Dann habe ich immer auch ein Ziel oder eine Vorstellung was ich erreichen möchte. Ich schaue mir dann aber auch an, was das Pferd oder Muli beitragen möchte und wir legen gemeinsam fest, welches (Teil-) ziel wir heute erreichen.

    Wichtig ist auch,  viele Pausen zu machen. In denen denkt das Muli nach und speichert das Gelernte ab. Ich gebe auch immer wieder viel Raum, was zusätzlich eine gute Arbeitsatmosphäre schafft.

    Ich persönlich bin sehr schnell vorangekommen mit einer inneren Haltung aus Zielen, jedoch ohne zeitliche Begrenzung. Es ist mir persönlich nicht wichtig, wann ich Mule Jule reite. Sie wird mir sagen, wann sie soweit ist. Und bis dahin zeige ich ihr kleinschrittig, was es alles zu lernen gibt.  Und gehe viel Spazieren. Wenn ich mich mental in Übungen "verbeisse" (das MUSS die jetzt aber machen), geht gar nichts mehr. Da hilft kein schimpfen und Druck. Nur mental loslassen (die muss nämlich gar nix und kann auch nicht gezwungen werden), die Übung überdenken und anders angehen und viel viel loben bringt uns weiter.

    Du hast noch eine Frage, die unbeantwortet blieb? Dann schreib sie mir und ich nehme sie mit auf.